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Tipps für Ihre Weiterbildungsfinanzierung

Berufsbegleitendes Studium oder Job-Auszeit? Wofür Sie sich auch entscheiden: Neben dem Zeitfaktor wird der Kostenfaktor Ihre Wahl beeinflussen. Werfen Sie dazu einen Blick auf die folgenden Finanzierungsmodelle.
© iStockphotoGrößer Sabbatical, Stipendien, Bildungsdarlehen – für die unterschiedlichen Formen der Weiterbildung gibt es ebenso viele Finanzierungsmodelle. Manche von ihnen ermöglichen eine berufsbegleitende Weiterbildung, manche wiederum machen eine Job-Auszeit erforderlich. Wir haben für Sie eine Übersicht der geeigneten Finanzierungsstrategien zusammengestellt:

Betriebliche Weiterbildung

Betriebliche Weiterbildung umfasst sämtliche – interne und externe – Weiterbildungsmaßnahmen für Beschäftigte in einem Unternehmen. Profiteure sind beide Seiten, sowohl ArbeitnehmerIn als auch ArbeitgeberIn. Diese Form der Weiterbildung soll die bereits vorhandene berufliche Qualifikation erweitern und fundieren. Die Förderung von Weiterbildung ist daher auch eine strategische Entscheidung der Personalentwicklung. Der Arbeitgeber kann die Weiterbildung entweder direkt, in Form von einer (Teil-)Finanzierung der Ausbildungskosten, oder indirekt durch Freistellung von der Arbeit oder Bereitstellung von betrieblichen Ressourcen fördern.

Förderungsdatenbanken

In Österreich besteht eine Vielzahl von Förderungsangeboten für die Teilnahme an berufsbezogenen und berufsbegleitenden Weiterbildungen. Einen ersten Überblick über die zumeist bundesländerspezifischen Angebote liefern die Online-Datenbanken www.kursfoerderung.at und www.berufsinfo.at/bildungsfoerderung.

Die Datenbanken können die Entwicklung und die Komplexität der Förderungslandschaft allerdings nicht immer vollständig abbilden. Es empfiehlt sich daher, die Homepage der genannten Förderungsinstitutionen zu Rate zu ziehen und persönlich anzurufen oder bestehende Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen.

Zu beachten ist auch, dass Förderungen bestimmten Bedingungen unterliegen. Je früher die Informationen eingeholt werden, desto eher kann ausgeschlossen werden, aus formalen Gründen nicht förderungsberechtigt zu sein. Für Beschäftigte sind oftmals auch Förderungen von Interesse, die ihr Arbeitgeber erhalten kann, wenn dieser ein individuelles Bildungsvorhaben finanziell unterstützt. Weiterbildungsförderungsangebote, die sich an Schlüsselkräfte in Unternehmen richten, sind oft weitaus höher dotiert als an Privatpersonen gerichtete Förderungen. Manchmal werden Weiterbildungskosten im betrieblichen Kontext zu bis zu 75% und einem Höchstbetrag bis zu 30.000,– Euro gefördert. Es lohnt sich jedenfalls, sich auch über die betriebliche Seite zu informieren und mit seinem/seiner Vorgesetzten abzuklären, in welchem Ausmaß das Unternehmen die eigene Weiterbildung unterstützen kann. Zu beachten ist dabei, dass Förderungsangebote teils an den Ort des eigenen Wohnsitzes, teils an den Standort des Arbeitgeberbetriebs gebunden sind. Wenn Wohnort- und Arbeitsort nicht im selbem Bundesland sind, dann verdoppeln sich oft die Förderungschancen.

In den genannten Datenbanken finden sich zum Beispiel auch Förderungsangebote des AMS oder der Länder.

Weiterbildungsförderung durch das AMS

Die AMS-Weiterbildungsförderung zielt auf Personen, die sich in einer benachteiligten Position am Arbeitsmarkt befinden: z.B. aufgrund von Strukturwandel, (Wieder-)Einstiegsproblemen, mangelnder oder schwer verwertbarer Berufsausbildung, Alter oder Behinderung. Der positive Entscheid über die Vergabe einer Förderung ist an ein Beratungsgespräch gebunden, an die individuelle Förderbarkeit und die Sinnhaftigkeit der Weiterbildung. Gefördert werden Kurskosten, Prüfungsgebühren, Lehrmittel und Kursnebenkosten (z.B. Fahrtkosten); darüber hinaus besteht eine Beihilfe zur Deckung des Lebensunterhaltes während der Weiterbildung.
www.ams.at

Weiterbildungsförderung der Länder

Die Bundesländer haben ihre Förderungsangebote für die berufliche Weiterbildung unterschiedlich organisiert. Während in den meisten Ländern Abteilungen der Landesverwaltung zuständig sind, ist in Wien z.B. der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) damit betraut.
www.waff.at

Bildungsdarlehen

Ein Bildungsdarlehen von einem Kreditinstitut ist eine Möglichkeit, zumindest einen Teil der Ausbildung über Kreditinstitute vorzufinanzieren. Bildungskredite haben meist den Vorteil geringer Zinsen und Gebühren und können nach Bedarf pro Monat, Semester oder Quartal ausbezahlt werden. Während der Laufzeit des Darlehens sind die Zinsen zu bezahlen, die Rückzahlung erfolgt nach Abschluss der Ausbildung.

Steuerersparnisse

Die Kosten für ein Studium bzw. eine Weiterbildung können als Fortbildungskosten, als Ausbildungskosten in einem verwandten Beruf oder als Umschulungskosten absetzbar sein. Dabei sind nicht nur Kurs- und Studienbeiträge, sondern sämtliche mit dem Studium zusammenhängende Kosten abzugsfähig: Kosten für Unterlagen, Skripten, Fachliteratur, Kosten für Arbeitsmittel (z.B. Notebook, PC, Drucker), Fahrtkosten, Tagesgelder, Nächtigungskosten, Internet- und Telefonkosten.

Bildungskosten sind als Werbungskosten – für unselbstständig berufstätige StudentInnen – von der Steuer absetzbar. Selbstständig Erwerbstätige haben die Möglichkeit, Weiterbildungsmaßnahmen (und die damit in Verbindung stehenden Kosten) als Betriebsausgaben zu verbuchen, die steuermildernd wirken.

Job-Auszeit für Weiterbildung: Bildungskarenz und Sabbatical

Bildungskarenz

Die Bildungskarenz bietet die Möglichkeit, die Berufstätigkeit zwischen 2 und 12 Monate zu unterbrechen und sich in dieser Zeit weiterzubilden. Während der Bildungskarenz wird ein Weiterbildungsgeld in der Höhe des Arbeitslosengeldes vom Arbeitsmarktservice bezahlt. Seit Juli 2013 gibt es auch ein neues Modell: die Bildungsteilzeit. Diese ermöglicht eine Weiterbildung (im Zeitraum von 4 Monaten bis zu 2 Jahren) bei aufrechtem Dienstverhältnis. Je nach reduzierter Arbeitszeit erhalten ArbeitnehmerInnen Bildungsteilzeitgeld. Die Bildungskarenz wie auch die Bildungsteilzeit wird zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer vereinbart.

Nähere Informationen zu den Voraussetzungen und Rahmenbedingungen finden Sie auf der Webseite des Arbeitsmarktservice.
Bildungskarenz

Sabbatical

Das Sabbatical-Modell kann auch für einen Bildungsurlaub genutzt werden. Sabbatical bezeichnet ein Arbeitszeitmodell, das es erlaubt, innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens bei konstantem Gehalt eine Auszeit zu nehmen. Ein Beispiel: Bei einem 5-Jahreszeitrahmen bedeutet das, dass das Einkommen von 4 Jahren auf 5 Jahre aufgeteilt wird, sodass auch in der Zeit des „Urlaubs“ ein konstantes Einkommen garantiert ist. Über 5 Jahre hinweg bekommt man so bei einer Auszeit von einem Jahr 80% der „normalen“ Bezüge. Diese Job-Auszeit kann für Weiterbildung genutzt werden, ohne auf ein regelmäßiges Einkommen zu verzichten.

Stipendien

Selbsterhalterstipendium

Das Selbsterhalterstipendium ist nur im Rahmen eines geringen Beschäftigungsausmaßes eine Option oder für Studierende gedacht, die sich Vollzeit auf ein Studium konzentrieren wollen. Es ist eine Sonderform der Studienbeihilfe. Unter den Begriff Selbsterhalter fallen Personen, die mindestens vier Jahre berufstätig waren – selbstständig oder unselbstständig – und dabei ein jährliches Mindesteinkommen von 7.272,– Euro (brutto minus Sozialversicherung) bezogen haben. Das Selbsterhalterstipendium ist an bestimmte Kriterien gebunden, wie zum Beispiel: die allgemeine Altersgrenze von 30 Jahren (wenn mehr als vier Jahre Selbsterhalt nachgewiesen werden, kann sich die Altersgrenze bis max. 35 erhöhen), die Zuverdienstgrenze von 10.000,– pro Kalenderjahr, maximal zwei Studienwechsel und einen positiven Studiennachweis. Die maximale Stipendiumshöhe liegt bei 8.148,– Euro jährlich, wobei Studierende mit Kind einen weiteren Zuschuss bekommen. Die Höhe des Stipendiums ist beispielsweise abhängig von eventuellen Unterhaltsleistungen durch Ehepartner (das Einkommen der Eltern ist nicht relevant) und von der Höhe der eigenen Einkünfte und von der Familienbeihilfe.

Studienabschluss-Stipendium

Das Studienabschluss-Stipendium richtet sich an Personen, die während ihres Studiums berufstätig waren (zumindest halbbeschäftigt) oder Kinder betreuten, die den größten Teil ihres Studiums bereits absolviert haben, das Studienziel aber noch nicht ganz erreicht haben. Das Stipendium soll ermöglichen, letzte Prüfungen zu absolvieren bzw. die Abschlussarbeit fertig zu stellen. Die Höhe liegt zwischen 700,– und 1.040,– Euro pro Monat. Anspruchsberechtigt sind Studierende eines Bachelor-, Master-, oder Diplom-Studiums, nicht aber Studierende eines Doktoratsstudiums. Die Vergabe ist an folgende Kriterien gebunden: das Höchstalter von 41 Jahren, kein bereits abgeschlossenes Studium, keine Berufstätigkeit für die Dauer des Stipendiums, eine mindestens 36-monatige Beschäftigung (innerhalb von vier Jahren) vor Erhalt des Stipendiums.
www.stipendium.at

Österreichische Datenbank für Stipendien und Forschungsförderung

Die OeAD (Österreichische Austauschdienst)-GmbH ist eine Dienstleistungsund Serviceeinrichtung im Bereich der internationalen Bildungs- und Wissenschaftskooperation, wobei der Fokus auf die Förderung der akademischen Mobilität gerichtet ist. In der Stipendien- und Forschungsförderungs-Datenbank des OeAD können nationale und internationale Förderungen, Preise und Zuschüsse für StudentInnen, Graduierte und ForscherInnen abgefragt werden. Die Österreichische Datenbank für Stipendien und Forschungsförderung ist die umfangreichste in Österreich existierende Online-Datenbank dieser Art für alle wissenschaftlichen Disziplinen.
www.grants.at
www.oead.ac.at
Autor: red.